Ein Kreuz besteht grundsätzlich aus zwei geometrischen Einzelkomponenten. Das uns bekannte, lateinische Kreuz weist dabei eine senkrechte Hauptachse auf, die durch eine waagerechte Achse im oberen Teil gekreuzt wird. Die waagerechte Achse ist dabei ein ganzes Stück kürzer als die senkrechte.
Man muss nicht viel Fantasie aufwenden, um zu verstehen, wofür diese Achsen stehen sollen. Die senkrechte Hauptachse des Kreuzes verkörpert das Himmlische, während die vertikale Achse für die Erde steht. Da beide Linien verbunden sind, wird hierdurch auch die Verbundenheit von Himmel und Erde demonstriert.
Da das Kreuz vier Enden hat, die jeweils in eine unterschiedliche Richtung zeigen, verkörpert es damit auch die vier Himmelsrichtungen Norden, Süden, Westen und Osten. Schon im alten Ägypten vermutete man, dass das Himmelsgewölbe, welches sich über der Erde befindet, nach allen Seiten hin von vier Säulen gestützt wird. Genau diese vier Säulen bildet ein Kreuz ab. Zudem erschufen die Ägypter ihre Pyramiden auf der Grundlage eines Kreuzes. Betrachtet man eine solche Pyramide, so wird schnell klar, dass diese lediglich die räumliche Ausprägung eines Grundrisses darstellt, den ein Kreuz verkörpert.
Man kann jedoch noch weitere Interpretationsansätze anwenden. Stellt man sich ein einfaches Kreuz vor, bei dem beide Achsen gleich lang sind, verkörpert dieses die vier Außenpunkte eines Kreises. Dieser Kreis symbolisiert seit Urzeiten die Vollständigkeit aller Elemente auf der Erde, wodurch auch die vier Grundelemente Feuer, Wasser, Luft und Erde verkörpert werden.